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14. April 2026
EPBD richtig umsetzen: Wie intelligente Beleuchtung Sanierungsprojekte zukunftssicher macht
Eine typische Situation in vielen Bestandsgebäuden: Eine Industriehalle aus den 1990er-Jahren mit langen Reihen aus T8- oder T5-Leuchtstoffbändern. Die Beleuchtung läuft oft viele Stunden am Tag, meist ohne Steuerung und Sensorik, jedoch mit einem entsprechend hohen Energieverbrauch.
Was bislang vor allem ein Effizienzthema war, wird nun zu einer regulatorischen Frage. Denn mit der überarbeiteten Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) verschärft die EU die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden.
Im Fokus stehen die Modernisierung bestehender Immobilien, Nullemissionsgebäude im Neubau sowie eine stärkere Integration von Gebäudeautomation und Energiemonitoring. Die Richtlinie gilt seit 2024 und muss bis Mai 2026 in nationales Recht überführt werden.
Für Eigentümer, Betreiber, Planer und Elektrofachbetriebe bedeutet das vor allem eines: Der Sanierungsdruck im Gebäudebestand steigt.
Warum Beleuchtung bei der EPBD-Sanierung stärker in den Fokus rückt
Bei Sanierungen wird ein entscheidender Faktor oft unterschätzt: die Beleuchtung. Dabei lässt sich mit moderner Lichttechnik vergleichsweise schnell und wirtschaftlich die Energieeffizienz eines Gebäudes verbessern.
Mit der überarbeiteten EPBD rücken daher Lichtanlagen stärker in den Fokus. Sie gelten nun als Teil der technischen Gebäudeausrüstung und fließen in die energetische Gesamtbewertung von Immobilien ein. Besonders bei Bestandsgebäuden entstehen dadurch neue Anforderungen an Planung, Installation und Betrieb.
Was die EPBD für Licht in bestehenden Immobilien bedeutet:
➤ Effiziente Beleuchtung wird zum Standard
Bei größeren Sanierungen zielt die EPBD auf eine höhere Gesamtenergieeffizienz ab – meist umgesetzt als LED-Lösungen, die zur energetischen Gesamtbewertung beitragen.
➤ Automatische Lichtsteuerung gewinnt an Bedeutung
Künftig soll sich die Lichtnutzung stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren. Präsenzsensoren, tageslichtabhängige Regelung, zonenweise Dimmung und Verbrauchserfassung sorgen für mehr Effizienz im Betrieb.
➤ Integration in Gebäudeautomation (BACS)
In größeren Nichtwohngebäuden gewinnen Gebäudeautomations- und Kontrollsysteme (BACS) durch EPBD-Vorgaben zunehmend an Bedeutung – auch für die Einbindung der Lichtinfrastruktur.
➤ Transparenz durch Monitoring und Daten
Der Energiebedarf der Beleuchtung fließt in die Gebäudebilanz ein. Monitoring, Verbrauchsdaten und dokumentierte Effizienzmaßnahmen gewinnen daher an Bedeutung.
Wenn Theorie auf Bestand trifft: Praxisprobleme bei der EPBD-Umsetzung
Die Anforderungen der EPBD sind klar formuliert. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass ihre Umsetzung in bestehenden Gebäuden oft komplexer ist als auf dem Papier.
Gerade bei der Modernisierung älterer Beleuchtungsanlagen treten Herausforderungen auf, mit denen Planer, Installateure und Betreiber regelmäßig konfrontiert sind.
Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen aus der Praxis und wie sie sich am besten lösen lassen.
Problem 1: Veraltete Lichttechnik und gebündelter Investitionsbedarf
In vielen bestehenden Immobilien ist die vorhandene Lichtinstallation technisch überholt. Industriehallen, Supermärkte oder kommunale Einrichtungen arbeiten häufig mit T8- oder T5-Lichtbändern ohne Steuerung oder Sensorik. Bei einer Modernisierung verbessert ein 1:1-Austausch auf LED zwar die Effizienz, jedoch stellt die EPBD weitergehende Anforderungen an Beleuchtungssysteme:
➤ Einbindung in die Gebäudeautomation
➤ Automatisierung des Lichtmanagements
➤ Einsatz energieeffizienter LED-Technologie
➤ Integration von Präsenz- und Tageslichtsensorik
➤ Monitoring und Dokumentation des Energieverbrauchs
Lösungsansatz
Hier bietet sich ein integriertes Modernisierungskonzept an. Das modulare Lichtbandsystem Maxos unify ersetzt die bestehende Anlage durch LED-Technik. Sensoren und Leuchten lassen sich entlang der Tragschiene frei positionieren und zonenweise steuern. Über die Interact-Plattform werden Beleuchtung, Sensorik und Gateways digital vernetzt.
Problem 2: Integration von Lichtsteuerung und Gebäudeautomation im Bestand
Die Umsetzung moderner Lichtmanagementsysteme ist im Gebäudebestand häufig technisch anspruchsvoll. Die EPBD stärkt den Einsatz automatischer Steuerungen und deren Einbindung in die Gebäudeautomation. Viele bestehende Anlagen geraten dabei allerdings schnell an ihre technischen Grenzen. Häufige Hindernisse sind:
➤ fehlende DALI-Infrastruktur
➤ veraltete Elektroinstallationen
➤ fehlende Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik
➤ unterschiedliche Systemgenerationen im Gebäude
Lösungsansatz
Die vernetzte Plattform Interact integriert Lichtsteuerungstechnik in bestehende Gebäude. Sie ermöglicht zonenbasierte Steuerung, Präsenz- und Tageslichtregelung sowie cloudbasiertes Monitoring. Je nach Konfiguration kann Interact über Schnittstellen wie BACnet/IP in die Gebäudeautomation eingebunden werden. Drahtlose Komponenten und die Inbetriebnahme per Interact-Builder-App vereinfachen die Umsetzung.
Problem 3: Systembetrieb und Datenmanagement als neue Herausforderung
Auch moderne Beleuchtungstechnik entfaltet ihr Einsparpotenzial nur dann, wenn sie korrekt geplant, konfiguriert und betrieben wird. In vielen Projekten entstehen die größten Herausforderungen daher erst nach der Installation. Dazu gehören unter anderem:
➤ DALI-Adressierung und Systemkonfiguration
➤ Definition von Szenen und Steuerparametern
➤ optimale Platzierung von Präsenz- und Tageslichtsensoren
➤ Anbindung an IT- und Gebäudemanagementinfrastrukturen
Lösungsansatz
Mit Interact wird der Betrieb intelligenter Lichtanlagen transparent. Dashboards liefern Energie- und Betriebsdaten, ermöglichen Verbrauchsanalysen und unterstützen die kontinuierliche Optimierung. Szenen, Zonen und Steuerparameter lassen sich flexibel anpassen, sodass Betreiber ihre Beleuchtung effizient überwachen und steuern können.
Problem 4: Komplexe Lichtplanung zwischen Normen und Energieanforderungen
Weitere Aspekte, die in Sanierungsprojekten nicht immer ausreichend berücksichtigt werden, sind die steigenden Anforderungen an Planung und Auslegung moderner Lichtsysteme. Planer müssen gleichzeitig Anforderungen auf verschiedenen Ebenen erfüllen:
➤ Beleuchtungsnormen (z. B. EN 12464-1)
➤ energetische Nachweise (z. B. DIN V 18599)
➤ Arbeitsstättenregeln zur Beleuchtung von Arbeitsplätzen (z. B. ASR A3.4)
➤ Not- und Sicherheitsbeleuchtung (z. B. EN 1838 und EN 50172)
➤ Gebäudeautomation und Energieeffizienz (z. B. EN 15232)
➤ Zielvorgaben der EPBD zu Effizienz und Steuerung (Richtlinie (EU) 2024/1275)
Lösungsansatz
Ein modularer Systemansatz erleichtert die Beleuchtungsmodernisierung. Maxos unify ermöglicht die flexible Positionierung von Leuchten und Sensoren entlang der Tragschiene. DALI- und Interact-Ready-Treiber integrieren Präsenz- und Tageslichtregelung, während Interact Monitoring, Steuerung und Energieanalyse übernimmt.
Signify Interact: Vernetzte Plattform für EPBD-konforme Beleuchtungssysteme
Die Managementplattform Interact bildet die digitale Ebene moderner Lichtanlagen. Sie verbindet Leuchten, Sensoren und Bedienelemente zu einer IoT-basierten Infrastruktur und ermöglicht eine zentrale Steuerung sowie Analyse des Beleuchtungsbetriebs.
Die wichtigsten technischen Merkmale sind:
Architektur
Technische Eigenschaften:
IP-basierte Plattform mit Gateways zur Vernetzung von Leuchten, Sensoren und Bedienelementen.
Nutzen in der Praxis:
Beleuchtungsnetze lassen sich logisch nach Räumen, Zonen, Etagen oder Gebäuden strukturieren.
Netzwerktopologie
Technische Eigenschaften:
Drahtloses Mesh-Netzwerk (z. B. Zigbee) mit automatischem Routing und Selbstheilungsmechanismen.
Nutzen in der Praxis:
Retrofit-Projekte sind häufig ohne zusätzliche Steuerverkabelung realisierbar.
Geräteebene
Technische Eigenschaften:
Interact-Ready-Treiber und -Module mit integrierter Funkkommunikation, Dimmfunktion, Gruppierung und Szenensteuerung.
Nutzen in der Praxis:
Einfache Integration von Präsenz- und Tageslichtsensoren.
Cloudplattform & Sicherheit
Technische Eigenschaften:
Verschlüsselte Kommunikation (z. B. TLS), rollenbasierte Benutzerrechte, zentrale Verwaltung und OTA-Firmware-Updates.
Nutzen in der Praxis:
Sicheres zentrales Management und effiziente Wartung der Lichtanlage.
Lichtsteuerung
Technische Eigenschaften:
Konstantlichtregelung pro Zone oder Leuchte, präsenzabhängige Szenensteuerung.
Nutzen in der Praxis:
Bedarfsgerechter Beleuchtungsbetrieb und reduzierte Energieverbräuche.
Energiemonitoring
Technische Eigenschaften:
Lastprofile, Betriebsstundenzähler und Alarmfunktionen.
Nutzen in der Praxis:
Transparente Analyse des Energieverbrauchs.
Integration
Technische Eigenschaften:
APIs und Schnittstellen zur Gebäudeautomation.
Nutzen in der Praxis:
Einbindung in BMS- oder Smart-Building-Systeme sowie Nutzung der Daten für Energiemanagement oder ESG-Analysen.
Maxos unify: Modulares LED-Lichtbandsystem für die Gebäudesanierung
Während Interact die digitale Steuerungsbasis bildet, stellt Maxos unify die physische Infrastruktur der Beleuchtungsanlage bereit. Die modulare LED-Lichtbandlösung ist speziell für große Industrie-, Logistik- sowie Retailflächen ausgelegt und kombiniert hohe Effizienz mit flexibler Planung sowie einfacher Installation im Gebäudebestand.
Die wichtigsten technischen Eigenschaften im Überblick:
Energieeffizienz
Technische Eigenschaften:
LED-Lichtbandsystem mit UltraEfficient-Varianten von etwa 180–200 lm/W.
Nutzen in der Praxis:
Reduzierung der Stromkosten, besonders bei großen Montagehöhen in Industrie- und Logistikgebäuden.
Leistungs- und Lichtstromraster
Technische Eigenschaften:
Lichtträger in den Längen 1.478 mm und 2.215 mm, je nach Variante gestufte Leistungsbereiche (typisch etwa 4.000 – 10.000 lm bei 20–65 W)
Nutzen in der Praxis:
Fein abgestufte Planung für normgerechte Beleuchtungsstärken und gute Gleichmäßigkeit.
Optikportfolio
Technische Eigenschaften:
Verschiedene Lichtverteilungen von tief- und breitstrahlend bis sehr breitstrahlend
Nutzen in der Praxis:
Optimiert für Regalgänge, Produktionsbereiche oder offene Hallenflächen.
Blendungs- und Lichtqualität
Technische Eigenschaften:
Optiken für gleichmäßige Ausleuchtung und UGR-konforme Anwendungen ohne Lichtartefakte.
Nutzen in der Praxis:
Verbesserte Sehbedingungen in Arbeits- und Logistikbereichen.
Retrofit-Kompatibilität
Technische Eigenschaften:
Ausführungen, die mechanisch kompatibel mit bestehenden Maxos Industry- oder TTX-Tragschienen sind.
Nutzen in der Praxis:
Häufig ist ein 1:1-Austausch der Lichtträger bestehender Lichtbandsysteme möglich.
Installation
Technische Eigenschaften:
Tragschienen mit Stromführungsprofil und vorinstallierter Kupplung. Leicht einrastende Lichtträger und verschiebbare Abhänger.
Nutzen in der Praxis:
Deutlich reduzierte Installationszeiten bei Modernisierungen.
Lebensdauer und Robustheit
Technische Eigenschaften:
Mittlere Nutzlebensdauer von 100.000 h (L85) mit robuster mechanischer Bauweise.
Nutzen in der Praxis:
Zuverlässiger Betrieb auch in anspruchsvollen Industrieumgebungen.
Betriebsbedingungen
Technische Eigenschaften:
Ausgelegt für Dauerbetrieb.
Nutzen in der Praxis:
Geeignet für 24/7-Anwendungen in Industrie und Logistik.
Hier stehen Ihnen weiterführende Informationen und Produktdaten für Ihre Projektplanung als PDF zum Download
Das Team Lichttechnik von HARDY SCHMITZ unterstützt EPBD-konforme Beleuchtungssanierungen
Für erfolgreiche Sanierungen im Gebäudebestand braucht es mehr als effiziente Leuchten. HARDY SCHMITZ begleitet Projekte daher als Planungs- und Servicepartner für Lichttechnik.
Zu den Leistungen zählen:
➤ Analyse der bestehenden Beleuchtung und Lichtplanung in Modernisierungsprojekte
➤ Wirtschaftlichkeitsanalysen für LED-Modernisierungen
➤ Integration von Sensorik und Lichtmanagementsystemen wie Interact
➤ Auswahl effizienter Lichtsysteme, etwa Maxos unify
➤ Technische Beratung und Unterstützung für Elektrohandwerk und Industrie
Entwickeln Sie mit uns praxisgerechte Beleuchtungslösungen, die sich effizient in bereits bestehenden Infrastrukturen umsetzen lassen.
Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gern persönlich!
Team Lichttechnik
licht-support@hardy-schmitz.de