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17. März 2026

„Sicherheitskreis unterbrochen“ – und jetzt? Smarte Maschinensicherheit schafft Klarheit

Schichtbeginn: Die Linie läuft an, die ersten Werkstücke passieren die Stationen und dann bleibt die Anlage stehen. In der Steuerung wird gemeldet: „Sicherheitskreis unterbrochen“ – mehr nicht. Keine Information, ob eine Schutztür offensteht, ein Not-Halt betätigt wurde oder ein Sensor außerhalb des Schaltabstands arbeitet.

Für das Instandhaltungspersonal beginnt jetzt keine Reparatur, sondern eine Suche: Tür für Tür, Gerät für Gerät. Währenddessen läuft die Produktionszeit weiter. Solche Situationen sind kein Ausnahmefall. Sie sind das Resultat gewachsener Sicherheitsarchitekturen, in denen Komponenten zuverlässig abschalten – aber keine Transparenz liefern.

Typische Schwachstellen in der Maschinensicherheit – und welche Lösungen es gibt

Die folgenden drei Alltagssituationen zeigen, wie unterschiedlich die Auswirkungen fehlender Diagnose sein können – und welche Lösungsansätze heute zur Verfügung stehen.

Das Problem im Betrieb: Schutztüren, die „immer im Weg sind“

An einer Verpackungslinie mit mehreren Schutztüren gehört das Öffnen zum Alltag – und genau dort wird es kritisch. Unter Zeitdruck wird bei noch auslaufenden Antrieben geöffnet, Hilfsbetätiger überbrücken Türschalter.

Meldet die Steuerung lediglich „Sicherheitskreis unterbrochen“, bleibt unklar, ob eine Tür nicht sauber schließt oder ein Verriegelungsschalter am Schaltabstand arbeitet. Eine gezielte Türdiagnose fehlt.

Warum klassische Sicherheitstechnik an Grenzen stößt

Elektromechanische Verriegelungen stoßen in serieller Verschaltung schnell an normative Grenzen. Ein geringer Diagnosedeckungsgrad und die in EN ISO 13849‑1 sowie ISO/TR 24119 beschriebenen Effekte der Fehlermaskierung in Reihenschaltungen begrenzen das Performance Level – im Störfall fehlt eine eindeutige Rückmeldung.

Von der starren Verriegelung zur intelligenten Sicherheitskette

Ein wirksamer Ansatz setzt an drei Stellen gleichzeitig an: den Gefahrenbereich sicher zuhalten, Manipulation für Bediener unattraktiv erscheinen lassen und Diagnose bis auf Türebene klar sichtbar darstellen.

Im Überblick: Von der Sammelmeldung zum smarten System

Betriebsrealität:
Türöffnung bei Restbewegung

SMART-Safety-Lösung:
Sicherheitszuhaltung SLO* mit RFID-Codierung, 3000 N Zuhaltekraft, DCD-Status
*Produkte bald verfügbar

Konkreter Nutzen:
Kein Zugang bei laufender Gefahr – klarer Zuhaltungsstatus

Betriebsrealität:
Manipulation durch Überbrückung

SMART-Safety-Lösung:
RFID-Sicherheitssensor SRF mit wählbarer Codierung (gering / hoch / unikat)

Konkreter Nutzen:
Manipulation technisch erschwert

Betriebsrealität:
Nur Sammelmeldung ohne Türzuordnung

SMART-Safety-Lösung:
Reihenschaltung aller Geräte mit Daisy-Chain-Diagnose (DCD), sicher überwacht mit SCR DI, Auswertung über SCR P

Konkreter Nutzen:
Auslösende Tür sofort identifiziert

Betriebsrealität:
Hoher Verdrahtungsaufwand

SMART-Safety-Lösung:
Bis zu 32 SRF-Sensoren in Reihe über eine ungeschirmte 4-adrige Leitung (Versorgung + redundantes OSSD-Signal) 

Konkreter Nutzen:
Deutlich weniger Verdrahtung, ein sicherer Eingang

Das typische Retrofit-Szenario: Alte Sicherheitsgeräte, neue Anforderungen

In einer älteren Holzbearbeitungsanlage sind entlang der Förderstrecke mechanische Not-Halt-Taster und einfache Türschalter im Einsatz. Die Geräte arbeiten seit Jahren zuverlässig, technisch gibt es keine offensichtlichen Auffälligkeiten.

Wird ein Not-Halt betätigt, reagiert das System wie vorgesehen: Die Anlage schaltet sicher ab. Doch im Anschluss beginnt die Suche: Welcher Taster war es? Mitarbeitende prüfen Schalter für Schalter, bis der Auslöser gefunden ist. In der SPS erscheint lediglich „Sicherheitskreis offen“ – ohne Gerätezuordnung.

Versteckte Fehler, sichtbare Folgen: Was die Instandhaltung wirklich ausbremst

Verschmutzte oder verschlissene Kontakte verursachen sporadische und schwer reproduzierbare Fehler. Komponenten werden vorsorglich ersetzt, ohne gesicherte Diagnose.

Not-Halt-Prüfzyklen sind nur mit erheblichem Aufwand dokumentierbar. Jede zusätzliche Sicherheitsfunktion erfordert neue Verdrahtung und weitere sichere Eingänge.

Smartes Retrofit statt Kompletttausch: Bestehende Technik einfach diagnosefähig machen

Ein vollständiger Austausch aller Feldgeräte ist technisch möglich, wirtschaftlich jedoch meist nicht erforderlich. Effizienter ist die Integration vorhandener Mechanik in eine diagnosefähige Sicherheitskette – durch intelligente Adapter für bestehende Not-Halt-Schalter, Anschlussboxen für elektromechanische Türschalter und eine durchgängige Daisy-Chain-Diagnose.

Im Überblick: Vom Tausch auf Verdacht zum smarten System

Betriebsrealität:
Nach Not-Halt-Auslösung keine Tasterzuordnung

SMART-Safety-Lösung:
T-Adapter zur Überwachung der Öffnerkontakte bestehender Not-Halt-Schalter mit DCD-Einbindung

Konkreter Nutzen:
Auslösender Taster sofort identifiziert

Betriebsrealität:
Türschalter ohne Diagnose –  jeder belegt eigenen Eingang

SMART-Safety-Lösung:
Anschlussbox der Serie SEU zur Integration elektromechanischer Schalter in die SMART-Safety-Kette

Konkreter Nutzen:
Diagnosefähigkeit ohne zusätzliche sichere Eingänge

Betriebsrealität:
Sporadische Kontaktfehler – Austausch auf Verdacht

SMART-Safety-Lösung:
DCD-Daten werden im Diagnosemodul SCR DI gesammelt und per IO-Link sowie NFC bereitgestellt

Konkreter Nutzen:
Fehler nachvollziehbar, gezielte Instandhaltung

Betriebsrealität:
Manuelle, zeitintensive Prüfzyklen

SMART-Safety-Lösung:
Beleuchteter Not-Halt-Schalter SEU mit LED-Statusanzeige und DCD-Überwachung des Schaltzustands

Konkreter Nutzen:
Prüfstatus sichtbar und dokumentierbar

Betriebsrealität:
Kompletttausch wirtschaftlich nicht sinnvoll

SMART-Safety-Lösung:
T-Adapter und Anschlussbox: reine Ergänzung ohne mechanische Veränderung am Bestandsgerät

Konkreter Nutzen:
Integration ohne lange Stillstände oder neue Freigabeprozesse

Die Realität in modernen Anlagen: Komplexe Fertigungszellen und dynamische Produktionsabläufe

Eine Fertigungszelle mit zwei Robotern, mehreren Zuführstationen und manuellem Arbeitsplatz arbeitet in unterschiedlichen Betriebsarten: Automatik, Einrichten mit reduzierter Geschwindigkeit bei geöffneter Tür sowie Service mit sicherem Stillstand.

Hinzu kommen Muting-Strecken, Zweihandbedienungen, Zustimmtaster und mehrere Not-Halt-Kreise. Die Sicherheitsfunktionen sind auf verschiedene Relais verteilt, Sammelmeldungen überlagern sich. In der Steuerung liegen überwiegend aggregierte Zustände an und einzelne Feldgeräte können nicht eindeutig zugeordnet werden.

Wenn jede Erweiterung zur Großbaustelle wird

Über Jahre gewachsen: Im Schaltschrank arbeiten unterschiedliche Sicherheitsrelais mit eigener Verdrahtung und teils veralteter Dokumentation.

Kommt eine neue Station oder Betriebsart hinzu, steigt der Aufwand deutlich: zusätzliche Hardware, neue Verdrahtung, angepasste Pläne und vollständige Re-Validierung.

Die Sicherheitsdiagnose ist nur eingeschränkt an die Leittechnik angebunden – Condition Monitoring findet nicht statt.

Von der Relaiswüste zur skalierbaren Sicherheitsarchitektur

Der Ansatz: Sicherheitslogik und Diagnose zentralisieren und strukturiert in die Automatisierung integrieren – über eine modulare Sicherheitssteuerung, programmierbare Relais für lokale Funktionsbündelung und durchgängige Feldbuskommunikation bis ins Leitsystem.

Im Überblick: Von der Relaiswüste zum smarten System

Betriebsrealität:
Viele Einzelrelais – unübersichtliche Struktur

SMART-Safety-Lösung:
Skalierbare Sicherheitssteuerung SCx mit erweiterbaren E/A-Modulen

Konkreter Nutzen:
Klare, modulare Architektur statt Relaislandschaft

Betriebsrealität:
Neue Betriebsart erfordert Umbau und Re-Validierung

SMART-Safety-Lösung:
Programmierbares Sicherheitsrelais SCR P mit grafischer Konfiguration, Drag-and-drop und Simulationsmodus

Konkreter Nutzen:
Änderungen softwarebasiert. Validierung schneller und reproduzierbar

Betriebsrealität:
Sammelmeldungen ohne Gerätezuordnung

SMART-Safety-Lösung:
Diagnosemodul SCR DI als Gateway: DCD-Daten über IO-Link, USB oder NFC zentral verfügbar

Konkreter Nutzen:
Feldgeräte eindeutig identifizierbar. Störung sofort eingegrenzt

Betriebsrealität:
Keine Integration in Leittechnik

SMART-Safety-Lösung:
SCx kommuniziert über Profinet und Modbus/TCP mit Steuerung und MES

Konkreter Nutzen:
Sicherheitsdaten für OEE und Monitoring nutzbar

Betriebsrealität:
PNP-Sensoren benötigen sichere Leistungsfreigabe

SMART-Safety-Lösung:
Sicherheitsrelais SCR ON mit hoher Schaltleistung und geeignet für Anwendungen bis PL e

Konkreter Nutzen:
Sichere Auswertung mit ausreichender Schaltleistung

SMART Safety System von BERNSTEIN: Vom Einzelgerät zur durchgängigen Sicherheitsarchitektur

Die beschriebenen Ansätze folgen einem gemeinsamen Prinzip: Maschinensicherheit wird nicht komponentenweise optimiert, sondern systemisch gedacht.

Das SMART Safety System von BERNSTEIN ist mehr als ein Produktverbund – es ist eine modular aufgebaute Sicherheitsarchitektur. Sensorik, Zuhaltung, Not-Halt und Auswertung sind technisch eigenständig, arbeiten jedoch in einer gemeinsamen Struktur.

Über die patentierte Daisy-Chain-Diagnose (DCD) werden alle Teilnehmer in einer Sicherheitskette logisch verbunden. Sicherheits- und Statusinformationen stehen zentral zur Verfügung – präzise zuordenbar, feldbusfähig und skalierbar.

Das Ergebnis ist keine Ansammlung einzelner Geräte, sondern eine konsistente, erweiterbare Sicherheitsstruktur – vom Retrofit ausgewählter Stationen bis zur komplexen Fertigungszelle.

Sie benötigen vertiefende technische Daten, Funktionsbeschreibungen oder Integrationsdetails?
Das vollständige Dokument finden Sie hier als PDF.

Sicherheit beginnt mit dem richtigen Partner: Team Industrietechnik von HARDY SCHMITZ

Eine durchdachte Sicherheitsarchitektur entsteht nicht allein durch gute Komponenten. Entscheidend ist, wie sie ausgewählt, beschafft und in Ihre Prozesse integriert wird.

Genau hier unterstützt Sie das Team Industrietechnik von HARDY SCHMITZ. Gemeinsam mit Ihnen werden die passenden Lösungen aus dem SMART Safety System von BERNSTEIN definiert, technisch abgestimmt und wirtschaftlich umgesetzt.

Dabei endet die Unterstützung nicht bei der Technik. Von der Beratung über Kanban- und Kitting-Konzepte bis hin zur Just-in-time-Lieferung sorgt das Team dafür, dass Ihre Sicherheitslösung nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch funktioniert.

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen – wir unterstützen Sie gern persönlich.

Kontaktieren Sie uns!

Team Industrietechnik
Industrie-support@hardy-schmitz.de

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